Krankenstand in der NRW-Landesverwaltung und im Kreis Mettmann

Kleine Anfrage
vom 03.08.2020

Kleine Anfrage 4197des Abgeordneten Herbert Strotebeck vom 03.08.2020

 

Krankenstand in der NRW-Landesverwaltung und im Kreis Mettmann

Im Jahre 2018 betrug der Krankenstand je Arbeitnehmer in der Bundesrepublik Deutschland 10,6 Arbeitstage. Zehn Jahre zuvor waren es noch 8,6 Krankentage je Arbeitnehmer. Wie eine Erhebung des Statistischen Bundesamts zeigt, gehen in konjunkturellen Schwächephasen die Krankmeldungen zurück.1

Der Krankenstand in Tagen gibt die durchschnittliche Anzahl der Fehltage pro Arbeitnehmer/Jahr an. Im Jahre 1991 hatten sich 5,2 Prozent der Arbeitnehmer krankgemeldet, im Jahre 2018 4,3 Prozent. In der NRW-Landesverwaltung lag der Krankenstand im Jahre 2018 bei 7,43 Prozent.2

Über die Stadt Hilden im Kreis Mettmann berichtete die Rheinische Post Ende Januar 2020 unter der Überschrift „Verwaltung findet nur schwer Mitarbeiter“:

„Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Ursachen identifiziert. Die Mehrheit der Beschäftigten klage über eine belastende Arbeitsorganisation und mangelnde Führung und Kommunikation. Multitasking, Arbeiten unter hohem Zeitdruck, Umstrukturierung oder Neuorganisation, Konflikte mit Bürgern: All das belaste und mache krank. Wenn dann noch „ungünstiges Führungsverhalten“, wenig durchdachte Arbeitsabläufe und/oder Konflikte mit Kollegen dazu kämen, versage bei vielen die Gesundheit, so Verdi.“3

Daher frage ich die Landesregierung:

  1. Wie hat sich der Krankenstand in der NRW-Landesverwaltung vom Jahre 2014 bis zum Jahre 2019 entwickelt? (Bitte nach Jahr in Prozent und Tagen aufschlüsseln)
  2. Wie hat sich der Krankenstand in der Kreisverwaltung Mettmann vom Jahre 2014 bis zum Jahre 2019 entwickelt? (Bitte nach Jahr in Prozent und Tagen aufschlüsseln)
  3. Wie hat sich der Krankenstand in den zehn Stadtverwaltungen im Kreis Mettmann vom Jahre 2014 bis zum Jahre 2019 entwickelt? (Bitte nach Jahr und Stadt in Prozent und Tagen aufschlüsseln)
  4. Welchen Anteil hatten im Jahre 2019 die Personalkosten der zehn Städte im Kreis Mettmann am jeweiligen Haushalt? (Bitte nach Stadt aufschlüsseln)

Herbert Strotebeck

 

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1 https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Qualitaet-Arbeit/Dimension-2/krankenstand.html

2 https://rp-online.de/nrw/staedte/hilden/stadtverwaltung-hilden-hat-probleme-mitarbeiter-zu-gewinnen_aid-48535333

3 Ebd.


Der Minister des Innern hat die Kleine Anfrage 4197 mit Schreiben vom 28. August 2020 namens der Landesregierung im Einvernehmen mit dem Ministerpräsidenten sowie allen übrigen Mitgliedern der Landesregierung beantwortet.

  1. Wie hat sich der Krankenstand in der NRW-Landesverwaltung vom Jahre 2014 bis zum Jahre 2019 entwickelt? (Bitte nach Jahr in Prozent und Tagen aufschlüsseln)

Die Entwicklung des Krankenstandes (Anteil der krankheitsbedingten Fehltage an den Soll-Arbeitstagen) in den Behörden des Landes ist der nachfolgenden Abbildung und der zugehörigen Tabelle zu entnehmen. Dabei ist zu beachten, dass ab dem Jahr 2016 die Fehlzeiten der Lehrkräfte des Landes einberechnet wurden. Da somit die für die Erhebung herangezogene Grundgesamtheit in ihrer Zusammensetzung und in ihrer Quantität deutlich verändert wurde, ist ein Vergleich mit den Vorjahren 2014 und 2015 nur bedingt aussagekräftig.

Anteil krankheitsbedingter Fehlzeiten an Soll-Arbeitstagen
(Graph in PDF abgebildet)
  2014 2015 2016 2017 2018 2019
Anteil krankheitsbedingter Fehlzeiten an Soll-Arbeitstagen 7,46% 7,82% 7,16% 7,24% 7,43% 7,37%
Krankentage absolut 2.582.023 2.733.653 4.567.375 4.555.063 4.774.046 4.869.489
Quelle: Gesundheitsberichte der Landesregierung 2014-2019

 

  1. Wie hat sich der Krankenstand in der Kreisverwaltung Mettmann vom Jahre 2014 bis zum Jahre 2019 entwickelt? (Bitte nach Jahr in Prozent und Tagen aufschlüsseln)

Zu dieser Frage liegen der Landesregierung keine Informationen vor. Die Erhebung der entsprechenden Daten ist in der Kürze der für die Beantwortung einer Kleinen Anfrage gegebenen Zeit nicht möglich.

  1. Wie hat sich der Krankenstand in den zehn Stadtverwaltungen im Kreis Mettmann vom Jahre 2014 bis zum Jahre 2019 entwickelt? (Bitte nach Jahr und Stadt in Prozent und Tagen aufschlüsseln)

Zu dieser Frage liegen der Landesregierung keine Informationen vor. Die Erhebung der entsprechenden Daten ist in der Kürze der für die Beantwortung einer Kleinen Anfrage gegebenen Zeit nicht möglich.

  1. Welchen Anteil hatten im Jahre 2019 die Personalkosten der zehn Städte im Kreis Mettmann am jeweiligen Haushalt? (Bitte nach Stadt aufschlüsseln)

Die Werte können der folgenden Tabelle entnommen werden:

Gesamtauszahlungsanteil der Personalauszahlungen in den Kernhaushalten der Gemeinden des Kreises Mettmann im Jahr 2019
Kommune

Personalauszahlungen 2019 (inkl. Versorgung-sbezüge)

Gesamtauszahlungen 2019 (ohne Finanzier-ungstätigkeit)

Anteil der Personal-auszahlungen an  den Gesamt-auszahlungen 2019

Euro

Euro/Einw.

Euro

Euro/Einw.

Prozent

Erkrath, Stadt 29.605.125

671

127.334.258

2.887

23,2

Haan, Stadt 14.916.206

490

98.750.804

3.246

15,1

Heiligenhaus,
Stadt
13.537.662

514

70.021.464

2.657

19,3

Hilden, Stadt 37.153.700

668

163.925.135

2.945

22,7

Langenfeld
(Rhld.), Stadt
34.924.165

592

172.204.616

2.917

20,3

Mettmann, Stadt 23.693.950

609

104.309.979

2.680

22,7

Monheim   am

Rhein, Stadt

27.856.616

684

546.025.281

13.415

5,1

Ratingen, Stadt 57.295.416

656

311.712.290

3.567

18,4

Velbert, Stadt 36.063.640

441

212.157.474

2.594

17,0

Wülfrath, Stadt 10.888.192

518

54.370.717

2.587

20,0

Quelle: Eigene Berechnungen nach Angaben von IT.NRW (vierteljährliche Kassenergebnisse der Gemeinden und Gemeindeverbände [Kernhaushalte])

 

Bei der Interpretation der Zahlen ist zu berücksichtigen, dass es sich hierbei um Daten der kommunalen Kernhaushalte handelt. Die Personalauszahlungen von rechtlich selbständigen kommunalen Organisationseinheiten sind in diesen Werten nicht enthalten. Die Zahlen sind daher nur eingeschränkt interkommunal vergleichbar.

 

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