Auswirkungen der großflächigen IT-Störung bei der Deutschen Bahn am 23. Juni 2026 auf den Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen

Kleine Anfrage
vom 07.08.2026

Kleine Anfrage 8316 vom 30. Juni 2026
des Abgeordneten Klaus Esser AfD

Drucksache 18/20320 (Neudruck)

Auswirkungen der großflächigen IT-Störung bei der Deutschen Bahn am 23. Juni 2026 auf den Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen

Vorbemerkung der Kleinen Anfrage

Am späten Abend des 23. Juni 2026 kam es bei der Deutschen Bahn zu einer schwerwiegen­den IT-Störung, die den Bahnverkehr über mehrere Stunden erheblich beeinträchtigte. Medi­enberichten zufolge war der sogenannte Zugfunk GSM-R ausgefallen, der als zentrales Kom­munikationsmittel zwischen Lokführern sowie den Leitstellen dient. Als mögliche Ursache wird u. a. ein fehlgeschlagenes Software-Update genannt.

Die Störung führte bundesweit zu erheblichen Einschränkungen des Zugverkehrs. Nach An­gaben der Deutschen Bahn konnte der Zugverkehr erst gegen 1 Uhr nachts wieder vollständig aufgenommen werden. Auch am Folgetag waren erhebliche Auswirkungen zu spüren, da Fahrzeuge und Personal nicht an den vorgesehenen Einsatzorten verfügbar waren.

Nordrhein-Westfalen war besonders betroffen. So kam es u. a. in Gelsenkirchen nach dem Ende eines Popkonzerts mit zehntausenden Besuchern zu chaotischen Situationen am Haupt­bahnhof. Zahlreiche Reisende strandeten vor Ort und mussten soweit möglich mit Sonderbus­sen oder Taxis weiterbefördert werden.

Der Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr hat die Kleine Anfrage 8316 mit Schrei­ben vom 3. August 2026 namens der Landesregierung beantwortet.

  1. Welche Erkenntnisse liegen der Landesregierung über Ursache und Dauer der IT-Störung bei der Deutschen Bahn am 23./24. Juni 2026 vor?

Zuständig für das Bahnnetz und den Zugfunk ist die Deutsche Bahn AG, die auf ihrer Internet-seite informiert, dass für die Störung des digitalen Bahnfunks GSM-R am 23. Juni 2026 plan­mäßige Arbeiten an Kernkomponenten des GSM-R Systems ursächlich waren.

  1. Welche Auswirkungen hatte die Störung nach Kenntnis der Landesregierung auf den Schienenpersonennahverkehr in Nordrhein-Westfalen? (Bitte Anzahl der Zug­ausfälle beziffern)

Bei der Störung war der Zugbetrieb in Nordrhein-Westfalen über einen Zeitraum von ca. zwei Stunden (von ca. 22:30 Uhr bis 00:30 Uhr) eingestellt. Nach dem Ende der eigentlichen Stö­rung gab es auch am nächsten Tag noch Folgeauswirkungen wie Verspätungen und Zugaus­fälle.

  1. Wie viele Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen waren von Betriebseinstellungen betroffen? (Bitte zeitlichen Umfang der Betriebseinstellung je Bahnhof beziffern)

Die Störung betraf alle Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen.

  1. Wann genau wurde die Landesregierung bzw. die zuständigen Verkehrsträger erstmals von der DB über die Störung informiert?

Die zuständigen Aufgabenträger wurden nach eigenen Angaben am 23. Juni 2026 um ca. 22:30 Uhr durch die Deutsche Bahn über die Störung informiert. Die Information an die Lan­desregierung durch die Deutsche Bahn erfolgte am 23. Juni 2026 um 22:41 Uhr.

  1. Wie viele Reisende waren nach Kenntnis der Landesregierung am Hauptbahnhof Gelsenkirchen von erheblichen Verzögerungen, Zugausfällen oder dem Ausfall des regulären Bahnverkehrs im Anschluss an das Helene-Fischer-Konzert betroffen? (Bitte auch eingesetzte Sonderbusse und sonstigen Ersatzverkehre in Gelsenkirchen darlegen)?

Diese Frage kann nicht beantwortet werden, da die begehrten Informationen nicht vorliegen. Am Abend des 23. Juni 2026 fanden keine Erhebungen der Reisendenzahlen am Hauptbahn­hof Gelsenkirchen statt.

 

MMD18-20769

Beteiligte:
Klaus Esser