Digitale Lesegeräte im ÖPNV in NRW: Zu den Plänen rund um das 49-Euro-Ticket

Kleine Anfrage

Kleine Anfrage 1238

des Abgeordneten Klaus Esser vom 01.02.2023

Digitale Lesegeräte im ÖPNV in NRW: Zu den Plänen rund um das 49-Euro-Ticket

Das 49-Euro-Ticket soll 2023 kommen – und zwar ausschließlich digital. So sollen in Zukunft die Verkehrsströme besser zu steuern sein, aber offenbar sind im Gegensatz zu den Plänen des Bundesverkehrsministers etliche Verkehrsverbünde in Deutschland technisch gar nicht dazu in der Lage. Deshalb werden voraussichtlich bis zum Jahresende Millionen von Übergangslösungen in Papierformat im Umlauf sein.1 Mutmaßungen zufolge wird mit einem rein digitalen 49-Euro-Ticket in manchen Regionen die Tür zum Schwarzfahren geöffnet, da eine Kontrolle oder Lesbarkeit der Tickets nicht möglich wäre. Wie gestaltet sich die digitale Lesebarkeit von Monatstickets bei Bussen und Bahnen in NRW?

Ich frage daher die Landesregierung:

  1. Welche NRW-Verkehrsverbünde bieten flächendeckend digitale Lesegeräte bzw. -möglichkeiten zur Erfassung digitaler Tickets an?
  2. Wie gestaltet sich üblicherweise die Erfassung von digitalen Tickets im täglichen Gebrauch bei Bussen und Bahnen?
  3. Was hat die Umrüstung von Bussen und Bahnen mit digitalen Lesegeräten in NRW in den letzten zehn Jahren gekostet?
  4. Wie bewertet die Landesregierung die Ausstattung mit digitalen Lesegeräten bzw. -möglichkeiten im nordrhein-westfälischen ÖPNV?
  5. Was wird die Landesregierung tun, um die Verkehrsverbünde bei Digitalisierungsprojekten wie digitalen Lesegeräten zu unterstützen?

Klaus Esser

 

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Der Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr hat die Kleine Anfrage 1238 mit Schrei­ben vom 27. Februar 2023 namens der Landesregierung im Einvernehmen mit der Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung beantwortet.

  1. Welche NRW-Verkehrsverbünde bieten flächendeckend digitale Lesegeräte bzw. – möglichkeiten zur Erfassung digitaler Tickets an?

Im Aachener Verkehrsverbund (AVV), Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und Verkehrsver­bund Rhein-Sieg (VRS) können die Verkehrsunternehmen Tickets nach dem VDV-Barcode-Standard (((eTicket Deutschland flächendeckend elektronisch kontrollieren.

Das gilt weitgehend auch für den Einzugsbereich des Westfalentarifs. Die WestfalenTarif GmbH sieht ihren Einzugsbereich, abgesehen von einigen Verkehrsunternehmen im Schüler­verkehr, deshalb als grundsätzlich flächendeckend kontrollfähig an.

  1. Wie gestaltet sich üblicherweise die Erfassung von digitalen Tickets im täglichen Gebrauch bei Bussen und Bahnen?

Bei Bussen von Unternehmen, die Vordereinstiegskontrolle durchführen, müssen die Fahr­gäste meist an selbstbedienten Terminals ihre Chipkarten- oder Barcode-Tickets vorhalten. Neben dieser Variante gibt es auch Unternehmen, bei denen das Fahrpersonal mit einem Handprüfgerät die Gültigkeit des Tickets feststellt.

  1. Was hat die Umrüstung von Bussen und Bahnen mit digitalen Lesegeräten in NRW in den letzten zehn Jahren gekostet?

Die Beschaffung der Prüfgeräte liegt in der Zuständigkeit der einzelnen Verkehrsunternehmen. Die Umsetzungskosten für Nordrhein-Westfalen sind nicht erfasst und dementsprechend der Landesregierung nicht bekannt.

  1. Wie bewertet die Landesregierung die Ausstattung mit digitalen Lesegeräten bzw. -möglichkeiten im nordrhein-westfälischen ÖPNV?

Das Kompetenzcenter Digitalisierung (KCD) Nordrhein-Westfalen, das auch einen guten bun­desweiten Überblick über den Ausstattungsstand hat, bewertet diesen für Nordrhein-Westfa­len mit gut bis sehr gut. Dieser Einschätzung schließt sich die Landesregierung an.

  1. Was wird die Landesregierung tun, um die Verkehrsverbünde bei Digitalisierungs-projekten wie digitalen Lesegeräten zu unterstützen?

Es erfolgt bereits eine umfangreiche Unterstützung: Das Land fördert das Kompetenzcenter Digitalisierung (KCD), welches Verkehrsunternehmen und Verbünde u. a. bei Bedarf zum Ein­satz von Prüfgeräten berät und unterstützt sowie die Vereinheitlichung von Daten und Abläu­fen vorantreibt.

 

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Beteiligte:
Klaus Esser