Kleine Anfrage 8419 vom 14. Juli 2026
des Abgeordneten Markus Wagner AfD
Drucksache 18/20531
Erkrath: Mann mit Messer vor einer Kita von der Polizei niedergeschossen
Vorbemerkung der Kleinen Anfrage
Am Dienstagmorgen, den 16. Juni 2026, wurde die Polizei gegen 09:55 Uhr zu einem Einsatz in Erkrath-Hochdahl an der Sandheider Straße gerufen, nachdem eine Erzieherin einen bewaffneten Mann in der Nähe von zwei Kindergärten bemerkt hatte. Der 59-jährige ukrainische Staatsangehörige bewegte sich mit einem großen Küchenmesser in der Hand im Bereich der Kindertagesstätten.1
Als die Polizeibeamten eintrafen, ging der Mann mit dem Messer auf sie zu und bedrohte sie. Um den Angriff abzuwehren, gab ein Polizist einen Schuss aus seiner Dienstwaffe ab. Der 59Jährige wurde dabei schwer verletzt. Welche Körperregion die Kugel traf, konnte die Polizei zunächst nicht mitteilen. Die Dienstwaffe des beteiligten Beamten wurde sichergestellt und wird nun kriminaltechnisch untersucht. Wegen der Nähe zu den beiden Kindergärten wurden zahlreiche Einsatzkräfte zum Ort des Geschehens entsandt. Der Bereich, in dem die Schüsse fielen, lag weniger als 50 Meter von einer der Kitas entfernt. Nach Angaben der Polizei bestand jedoch zu keinem Zeitpunkt eine konkrete Gefahr für die Bevölkerung. Außerdem gebe es derzeit keine Hinweise darauf, dass der Mann die Kindergärten oder die dort betreuten Kinder angreifen wollte.2
Der Verletzte wurde zunächst am Einsatzort medizinisch versorgt und anschließend in ein Krankenhaus gebracht. Währenddessen sicherten Ermittler Spuren. Auch ein Polizeihund kam zum Einsatz, um nach dem abgefeuerten Projektil zu suchen. Der Hund zeigte später einen möglichen Fund an, der von den Ermittlern sichergestellt wurde. Ob es sich dabei tatsächlich um das Geschoss handelte, war zunächst noch unklar. Der Betrieb der Kindertagesstätten wurde trotz des Vorfalls fortgesetzt. Nach Informationen der BILD erklärte der angeschossene Mann später gegenüber den Ermittlern, er habe gewollt, dass die Polizei ihn erschießt. Er soll unter erheblichen psychischen Problemen leiden. Vor diesem Hintergrund prüfen die zuständigen Behörden nun eine Unterbringung des 59-Jährigen in einer psychiatrischen Einrichtung.
Die Ermittlungen zum genauen Ablauf des Einsatzes und zu den Hintergründen des Vorfalls dauern an.3
Der Minister der Justiz hat die Kleine Anfrage 8419 mit Schreiben vom 7. August 2026 namens der Landesregierung im Einvernehmen mit dem Minister des Innern beantwortet.
- Wie ist der aktuelle Sachstand der polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zu dem oben beschriebenen Vorfall? (Bitte Tathergang sowie Straftatbestände aufschlüsseln.)
Der Leitende Oberstaatsanwalt in Wuppertal hat mir unter dem 24.07.2026 im Wesentlichen berichtet, seine Behörde führe wegen des in der Kleinen Anfrage geschilderten Sachverhalts ein andauerndes Ermittlungsverfahren wegen Bedrohung, Widerstands und tätlichen Angriffs gegen Vollstreckungsbeamte.
Ein zunächst gegen den schussabgebenden Polizeibeamten eingeleitetes Verfahren wegen versuchten Totschlags sei aufgrund des Vorliegens einer Notwehrlage eingestellt worden.
- Welche polizeilichen Erkenntnisse sind über den Tatverdächtigen bekannt?
Der Tatverdächtige ist bislang polizeilich nicht in Erscheinung getreten.
- Welche Vorstrafen hat der Tatverdächtige? (Bitte chronologisch auflisten.)
Der Beschuldigte ist dem in der Antwort auf die Frage 1 genannten Bericht zufolge nicht vorbestraft.
- Über welche (Mehrfach-)Staatsangehörigkeiten verfügt der Tatverdächtige? (Bitte Vornamen bei einem deutschen Tatverdächtigen nennen.)
Der Beschuldigte verfügt dem in der Antwort auf die Frage 1 genannten Bericht zufolge über die ukrainische Staatsangehörigkeit.
2 Ebenda.
3 Ebenda.