Essen: Frau ersticht mit zwei Messern Freundin des Ehemannes – War Eifersucht das Motiv?

Kleine Anfrage
vom 26.03.2025

Kleine Anfrage 5301

des Abgeordneten Markus Wagner AfD

Essen: Frau ersticht mit zwei Messern Freundin des Ehemannes War Eifersucht das Motiv?

Am Donnerstagabend, den 20. Februar 2025, kam es in der Straße Schollenbroich im Essener Stadtteil Kray zu einem Tötungsdelikt.

„Ich hörte draußen plötzlich Hilferufe, dann schrie eine Frau hysterisch rum. Ich bin sofort raus und sah das Opfer blutüberströmt auf dem Boden liegen. Daneben lief eine Frau verstört herum, die zwei Messer in der Hand hatte. Ich wollte helfen, alles war voll Blut. Wir haben die Kleidung der Verletzten aufgeschnitten, da sah ich eine tiefe Stichwunde in der Brust, dazu hat sie stark aus dem Mund geblutet. Sie war bereits leblos.“1

So schilderte eine Zeugin die Geschehnisse an jenem Abend. Das Opfer, eine 28 Jahre alte Frau, ging mit ihrem Hund Gassi, als sie von einer 44 Jahre alten Deutsch-Marokkanerin attackiert wurde. Obwohl der Notarzt schnell am Tatort eintraf, verstarb die Frau noch auf der Straße. Ein weiterer Zeuge berichtete, dass die Auseinandersetzung auf ihn wie ein Eifersuchtsdrama wirkte. Bevor Polizeibeamte die Tatverdächtige festnahmen, soll sie einem 42 Jahre alten Mann, der später von der Polizei abgeführt wurde, Folgendes gesagt haben:

„Du hast sie auf den Mund geküsst, du warst bis nachts um ein Uhr bei ihr, das hat sie jetzt davon.“2

Der 42-Jährige soll direkt nach dem Messerangriff wie von Sinnen auf Autos eingeschlagen und laut geschrien haben: „Warum hast Du auf sie eingestochen?“3

Ich frage daher die Landesregierung:

  1. Wie ist der aktuelle Sachstand der polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zu dem oben beschriebenen Vorfall? (Bitte Tathergang sowie Straftatbestände aufschlüsseln.)
  2. Welche polizeilichen Erkenntnisse sind über die Tatverdächtige bekannt?
  3. Über welche Nationalität verfügt die Tatverdächtige? (Bitte Vornamen bei einem deutschen Tatverdächtigen nennen.)
  4. In welcher Form gab es bereits in der Vergangenheit Anzeichen auf einen möglichen Konflikt zwischen den Beteiligten?
  5. Und wie wurde darauf jeweils reagiert?

Markus Wagner

 

MMD18-13246

 

1 Vgl. https://www.bild.de/regional/nordrhein-westfalen/eifersucht-frau-mit-zwei-messern-ersticht-spaziergaengerin-mit-hund-in-essen-67b811cea918eb195a721888.

2 Ebenda.

3 Ebenda.


Der Minister des Innern hat die Kleine Anfrage 5301 mit Schreiben vom 16. Mai 2025 namens der Landesregierung im Einvernehmen mit der Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleich­stellung, Flucht und Integration und dem Minister der Justiz beantwortet.

  1. Wie ist der aktuelle Sachstand der polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Er­mittlungen zu dem oben beschriebenen Vorfall? (Bitte Tathergang sowie Straftat­bestände aufschlüsseln.)

Der Leitende Oberstaatsanwalt in Essen hat dem Ministerium der Justiz unter dem 22.04.2025 unter anderem berichtet, seine Behörde führe wegen des mit der Kleinen Anfrage angespro­chenen Sachverhalts ein Ermittlungsverfahren wegen Mordes gegen eine 44-Jährige, die in Untersuchungshaft genommen worden sei. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen habe die Beschuldigte der Geschädigten vor deren Wohnhaus Stichverletzungen im Brustbe­reich zugefügt, an denen sie vor Ort verstorben sei.

Zum Schutz der andauernden Ermittlungen wird von der Mitteilung weiterer Einzelheiten zum Sachstand abgesehen.

  1. Welche polizeilichen Erkenntnisse sind über die Tatverdächtige bekannt?

Die Beschuldigte ist bislang nicht polizeilich in Erscheinung getreten.

  1. Über welche Nationalität verfügt die Tatverdächtige? (Bitte Vornamen bei einem deutschen Tatverdächtigen nennen.)

Die Beschuldigte besitzt die deutsche und die marokkanische Staatsangehörigkeit.

  1. In welcher Form gab es bereits in der Vergangenheit Anzeichen auf einen mögli­chen Konflikt zwischen den Beteiligten?

Der Polizei lagen vor der Tat keine Hinweise vor, die auf einen möglichen Konflikt hingedeutet haben.

  1. Und wie wurde darauf jeweils reagiert?

Da der Polizei keine Hinweise auf einen Konflikt vorlagen, konnte keine Intervention im Vorfeld erfolgen.

 

MMD18-13876

Beteiligte:
Markus Wagner