Rösrath: Unbekannte versuchen Mann zu töten – Was sind die Hintergründe?

Kleine Anfrage
vom 15.04.2025

Kleine Anfrage 5333

des Abgeordneten Markus Wagner AfD

Rösrath: Unbekannte versuchen Mann zu töten Was sind die Hintergründe?

Am Montagabend, den 17. März 2025, ereignete sich in Rösrath gegen 21:15 Uhr ein Mordversuch. Auf dem Parkplatz eines Restaurants, das an der Hauptstraße in Rösrath-Hoffnungsthal gelegen ist, ist ein 54 Jahre alter Mann an seinem Fahrzeug in Streit mit einer oder mehreren Personen geraten. Dieser Streit spitzte sich zu und entwickelte sich zu einer brutalen Auseinandersetzung, bei der der 54-Jährige schwer verletzt wurde. An der Beifahrertür des Fahrzeugs, welches dem Opfer gehört, sowie auf der Straße und vor dem Restaurant wurde Blut, teilweise viel Blut gefunden. Noch ist unklar, ob auch ein Messer eingesetzt wurde.1

Das Opfer muss sich wohl noch bis vor den Eingang des Restaurants geschleppt haben, bevor es zusammenbrach. Mehrere Personen leisteten erste Hilfe und verständigten die Rettungskräfte. Der 54-Jährige wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht und schwebt seitdem in Lebensgefahr. Der oder die Täter flüchteten unerkannt. Bei der von der Polizei eingeleiteten Großfahndung, die ohne Erfolg blieb, wurden ein Hubschrauber und Spürhunde eingesetzt. Eine Mordkommission hat nun die Ermittlungen übernommen.2

Wie der WDR berichtete, sei das Opfer, das zusammen mit einer Frau das Restaurant aufsuchte, tatsächlich durch Messerstiche schwer verletzt worden und habe vor der Tat Gäste belästigt. Dabei soll es zu einer Auseinandersetzung mit einem Mann gekommen sein, der später dem Paar auf den Parkplatz gefolgt sein soll und nun als Tatverdächtiger gilt.3

Ich frage daher die Landesregierung:

  1. Wie ist der aktuelle Sachstand der polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zu dem oben beschriebenen Vorfall? (Bitte Tathergang sowie Straftatbestände aufschlüsseln.)
  2. Welche polizeilichen Erkenntnisse sind über die Tatverdächtigen bekannt?
  3. Über welche Nationalität verfügen die Tatverdächtigen? (Bitte Vornamen bei einem deutschen Tatverdächtigen nennen.)
  4. Wie viele Straftaten, bei denen ein Messer respektive eine Stichwaffe eingesetzt wurde, wurden in Rösrath von 2015 bis heute pro Jahr auf öffentlichen Straßen und Plätzen registriert?

Markus Wagner

 

MMD18-13323

 

1 Vgl. https://www.bild.de/regional/nordrhein-westfalen/versuchter-mord-in-roesrath-nrw-blutspur-zieht-sich-meterweit-67d91a92a7ec4b4b052e1125?cid=social.bildsocial.exactagconverter.acquisition..67d91a92a7ec4b4b 052e1125.free.facebook.Bild&t_ref=https.

2 Ebenda.

3 Vgl. https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/toetungsversuch-roesrath-restaurantbesuch-102.amp.


Der Minister des Innern hat die Kleine Anfrage 5333 mit Schreiben vom 30. April 2025 na­mens der im Einvernehmen mit der Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration sowie dem Minister der Justiz beantwortet.

  1. Wie ist der aktuelle Sachstand der polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Er­mittlungen zu dem oben beschriebenen Vorfall? (Bitte Tathergang sowie Straftat­bestände aufschlüsseln.)

Der Leitende Oberstaatsanwalt in Köln hat dem Ministerium der Justiz unter dem 04.04.2025 berichtet, bei seiner Behörde sei wegen des in der Kleinen Anfrage geschilderten Sachverhalts ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des versuchten Mordes in Tateinheit mit ge­fährlicher Körperverletzung anhängig. Der Beschuldigte habe am Abend des 17.03.2025 in einem Restaurant in Rösrath zunächst vergeblich versucht, verbal Kontakt zu dem Geschä­digten und seiner Partnerin aufzunehmen. Der Geschädigte und die Zeugin hätten das Res­taurant schließlich verlassen und der Beschuldigte sei ihnen bis zum Fahrzeug der Zeugin gefolgt, wo er mit dem Ergebnis eines erheblichen Blutverlustes vielfach auf den Oberkörper­bereich des Geschädigten eingestochen habe. Der zunächst flüchtige Beschuldigte sei am 01.04.2025 in Polen festgenommen worden. Das Auslieferungsverfahren und die Ermittlungen dauerten an.

  1. Welche polizeilichen Erkenntnisse sind über die Tatverdächtigen bekannt?

Kriminalpolizeiliche Erkenntnisse im Sinne dieser Antwort fußen grundsätzlich auf Verdachts­momenten, die Grundlage für eine polizeiliche Strafanzeige oder die Gegenstand von krimi­nalpolizeilichen Ermittlungen geworden sind. Solche Erkenntnisse ermöglichen regelmäßig keinen Rückschluss auf die Richtigkeit des in Rede stehenden Vorwurfs und auf das Ergebnis der abschließenden justiziellen Prüfung durch Staatsanwaltschaften und Gerichte. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

Der Tatverdächtige ist bislang wegen des Verdachts der Begehung der nachfolgenden Straf­taten polizeilich in Erscheinung getreten:

  • in einem Fall wegen Diebstahls
  • in einem Fall wegen Bedrohung
  • in einem Fall wegen der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straf­taten
  • in drei Fällen wegen Körperverletzung
  • in einem Fall wegen Subventionsbetrug
  • in einem Fall wegen erpresserischem Menschenraub
  • in vier Fällen wegen Straftaten nach dem Betäubungsmittelgesetz
  • in drei Fällen wegen Beförderungserschleichung
  • in einem Fall wegen Vortäuschen einer Straftat
  • in zwei Fällen wegen Sachbeschädigung
  • in einem Fall wegen Wohnungseinbruchsdiebstahls
  • in zwei Fällen wegen gefährlicher Körperverletzung
  • in einem Fall wegen Missbrauch von Notrufen
  • in einem Fall wegen Warenbetrug
  • in einem Fall wegen illegalem Handel in nicht geringer Menge von Cannabis.
  1. Über welche Nationalität verfügen die Tatverdächtigen? (Bitte Vornamen bei ei­nem deutschen Tatverdächtigen nennen.)

Der Tatverdächtige besitzt die deutsche und die polnische Staatsangehörigkeit.

  1. Wie viele Straftaten, bei denen ein Messer respektive eine Stichwaffe eingesetzt wurde, wurden in Rösrath von 2015 bis heute pro Jahr auf öffentlichen Straßen und Plätzen registriert?

Datenquelle für die Beantwortung von Fragen zur Kriminalitätsentwicklung ist die Polizeiliche Kriminalstatistik. Sie wird nach bundeseinheitlich festgelegten Richtlinien erstellt. Die Erfas­sung erfolgt nach Abschluss aller kriminalpolizeilichen Ermittlungen und führt häufig zu einem zeitlichen Versatz zwischen Bekanntwerden der Straftat und der statistischen Erfassung. Die Polizeiliche Kriminalstatistik ist eine Jahresstatistik, die zu Jahresbeginn eines Folgejahres für das Vorjahr veröffentlicht wird. Bis zur Veröffentlichung führt das Landeskriminalamt Nord­rhein-Westfalen umfangreiche und aufwändige Prüfroutinen im Rahmen eines Qualitätssiche-rungsprozesses durch. Insofern liegen die Daten zu Straftaten für das Jahr 2025 derzeit nicht vor.

Seit Einführung eines Tatmittelkatalogs im Jahr 2019 lässt sich die Verwendung von Waffen und gefährlichen Gegenständen auswerten. Grundsätzlich reicht das bloße Mitführen bei der Tatbegehung für die Erfassung nicht aus, die Tatmittel müssen konkret bei der Begehung der Tat eingesetzt werden. Eine Ausnahme bilden die Verstöße gegen das Waffengesetz, bei de­nen das Tatmittel stets erfasst wird, auch unabhängig von einer konkreten Nutzung.

Eine Erfassung von Daten zu Opfern in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfolgt grundsätzlich nur bei den sogenannten Opferdelikten. Dies sind Straftaten gegen höchstpersönliche Rechts­güter (Leben, sexuelle Selbstbestimmung, körperliche Unversehrtheit, Freiheit, Ehre). Diese sogenannten Opferdelikte sind durch die Erfassungsrichtlinien zur Polizeilichen Kriminalstatis­tik in einem abschließenden Straftatenkatalog definiert.

Insofern erfolgt die Beantwortung im Hinblick auf Opferdelikte, bei denen das Tatmittel „Stich­waffe“ (umfasst das „Messer (Waffengesetz)“, „sonstiges Messer“ und die „sonstige Stich­waffe“) eingesetzt wurde.

Die Anzahl erfasster Straftaten sogenannter Opferdelikte auf Straßen und Plätzen innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften, bei denen das Tatmittel „Stichwaffe“ in Rösrath eingesetzt wurde, bitte ich der folgenden Tabelle zu entnehmen:

Jahr Fälle
insgesamt davon
Messer (WaffG) sonstiges Messer sonstige Stichwaffe
2019 1 0 0 1
2020 1 0 1 0
2021 3 0 3 0
2022 2 0 2 0
2023 1 0 1 0
2024 1 0 1 0

 

MMD18-13667

Beteiligte:
Markus Wagner