Kleine Anfrage 7315 vom 6. März 2026
des Abgeordneten Christian Loose AfD
Drucksache 18/18039
Krefeld: 69 Kündigungen beim insolventen Presswerk CoFo PWK – ist die Fortführung nur befristet gesichert?
Vorbemerkung der Kleinen Anfrage
Nach einem Bericht der Rheinischen Post wurde beim Automobilzulieferer CoFo PWK in Krefeld das reguläre Insolvenzverfahren eröffnet. Der Insolvenzverwalter führt den Betrieb zunächst fort, baut jedoch 69 Arbeitsplätze ab.1
Zuvor beschäftigte das Presswerk rund 300 Personen. Zur Stabilisierung des Betriebs wurde ein Fortführungstarifvertrag abgeschlossen, der unbezahlte Mehrarbeit sowie den Verzicht auf Lohnerhöhungen und Sonderzahlungen vorsieht. Der Betrieb des Standorts ist derzeit bis zum 31. Juli 2026 gesichert. Eine Investorensuche läuft.2
Die Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie hat die Kleine Anfrage 7315 mit Schreiben vom 7. April 2026 namens der Landesregierung im Einvernehmen mit dem Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales beantwortet.
- Welche maßgeblichen Ursachen sieht die Landesregierung für die Insolvenz des Automobilzulieferers CoFo PWK in Krefeld?
Zu den Hintergründen einzelner unternehmerischer Entscheidungen und Entwicklungen liegen der Landesregierung keine Erkenntnisse vor.
- Welche strukturellen Risiken erkennt die Landesregierung derzeit für metallverarbeitende Zulieferbetriebe der Automobilindustrie in Nordrhein-Westfalen?
- Welche Rolle misst die Landesregierung den aktuellen Standortkosten in Nordrhein-Westfalen für die Wettbewerbsfähigkeit metallverarbeitender Zulieferunternehmen bei?
Die Fragen 2 und 4 werden aufgrund des sachlichen Zusammenhangs gemeinsam beantworten.
Das Wachstum der automobilen Weltmärkte hat sich abgeschwächt. Gleichzeitig partizipieren europäische und deutsche Hersteller im Vergleich zu früheren Jahren insbesondere auf den wichtigen Märkten wie China, wo neue Wettbewerber in den Markt eingetreten sind, oder den USA, ausgelöst durch die Zollpolitik der US-Administration, deutlich weniger am Absatz. In der Branche wird daher europaweit mit strukturellen Überkapazitäten gerechnet. Unternehmen in Deutschland sind im Vergleich zu Marktbegleitern im Ausland zudem mit höheren Standortkosten konfrontiert. Der tiefgreifende Strukturwandel wird aktuell und absehbar auch weiterhin durch ein nur schwaches Mengenwachstum flankiert, wodurch die Herausforderungen der Transformation sowohl in der Makroperspektive als auch auf Ebene der einzelnen Unternehmen deutlich steigen.
- Wie bewertet die Landesregierung ihre bisherigen industriepolitischen Strategien vor dem Hintergrund der fortlaufenden Erosion der Automobilzulieferindustrie?
- Welche konkreten industriepolitischen Maßnahmen prüft bzw. verfolgt die Landesregierung derzeit zur Stabilisierung der Automobilzulieferindustrie in Nordrhein-Westfalen?
Die Fragen 3 und 5 werden aufgrund des sachlichen Zusammenhangs gemeinsam beantworten.
Die Landesregierung arbeitet fortwährend und intensiv daran, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Land möglichst attraktiv zu gestalten.
Dabei ist es ein zentrales Anliegen der Landesregierung, die Automobilwirtschaft in Nordrhein-Westfalen bei der Entwicklung von Innovationen aktiv zu begleiten. Die Landesregierung leistet dazu einen Beitrag, indem sichere Investitionsbedingungen – die auch ein Bekenntnis zum Ausbau der Elektromobilität umfassen – geschaffen und gute Rahmenbedingungen weiter verbessert werden. Dazu zählen z.B. eine leistungsfähige Forschungslandschaft mit Kompetenzen in der Grundlagen- und angewandten Forschung, hervorragend ausgebildete Fachkräfte, eine auch durch die Arbeit des landesgeförderten Clusters automotiveland.nrw sowie drei bundesgeförderte Transformationsnetzwerke gut vernetzte Branche, die gezielte Förderung von Chancenfeldern sowie Unterstützung bei der Erschließung neuer Märkte.
1 Vgl. https://rp-online.de/nrw/staedte/krefeld/krefeld-nach-den-kuendigungen-so-geht-es-im-press-werk-weiter_aid-143355719, abgerufen am 15.02.2026.
2 Vgl. ebenda.